
Restauratorische Arbeiten
Neue Heizung- und Sanitäranlagen
Abstellmöglichkeiten
Flexibiliserung des GottesdienstraumesHistorie sichern und bewahren
Die Zeit seit der letzten Innenrenovierung 1963 hat ihre Spuren hinterlassen. Wände, Grabplatten, Steinfiguren und Holz sind nachgedunkelt bzw. staubig und verdreckt. Schäden müssen bearbeitet werden. Ein Riss im Chor über der Orgel muss untersucht und behoben werden. Alte Epitaphien im Boden neben dem Taufstein nehmen durch das Betreten Schaden und benötigen einen anderen Ort. Was zum Teil über 500 Jahre alt ist, muss für die Zukunft bewahrt und gesichert werden.
Nicht frieren – nicht schwitzen
Die elektrische Bankheizung stammt aus dem Jahr 1963 und ist störanfällig. Manche Bankheizkörper sind defekt, andere lassen sich nicht mehr abschalten, wenn sie die gewünschte Temperatur erreicht haben. Der Raum selbst wird nicht warm, sodass der Kirchenkaffee im kalten Innengang stattfindet. Der Chorraum bleibt kalt und kann für Andachten im Winter nicht genutzt werden. Ohne zwei Wollsocken kommt kein Pfarrer gesund durch den Gottesdienst. Künstler und Musiker klagen über starke Zugluft, auch die Orgel leidet unter der Kälte.
Wo man friert, mag man nicht sein. Mit kalten Füßen wird einem nur schwer warm ums Herz. Eine Warmluft-Heizung und eine Dämmung der Decke sollen in Zukunft dafür sorgen, dass der ganze Raum eine erträgliche Temperatur erreicht.
Gut hören und sehen
Die Lautsprecheranlage ist veraltet und setzt immer wieder aus. Die Notlösung, den Gottesdienst über die Bandanlage zu feiern, trägt durch Kabelsalat und Lautsprecher nicht zur Verschönerung des Raumes bei. Eine moderne Anlage sorgt dafür, dass der Pfarrer auch bei voller Kirche überall gut zu verstehen ist. Die Orgel muss gereinigt und saniert werden. Durch eine neue Intonierung und einer kleinen Nachrüstung wird der Klang kräftiger, sodass bei Konzerten sowie bei vollen Gottesdiensten die Orgel besser trägt. Um einen freien Blick in den wunderschönen Chorraum zu ermöglichen, werden die blendenden Hängeleuchten im Chor durch indirektes Licht ersetzt. Im Schiff werden die Leuchter aus der Achse genommen und in zwei Reihen rechts und links neu aufgehängt.
Räume neu entdecken
Weil es bisher keine geeigneten Nebenräume gab, sind Sakristei und Turmeingang zur Abstellkammer geworden. Auch der Chor musste als Abstellfläche herhalten (Brautstühle, Schlagzeug u.v.m.). Klappstühle lehnen an Epitaphien und beschädigen historisches Kulturgut.
Ein großer Abstellraum in einem kleinen Funktionsanbau an der Nordseite der Kirche wird den Missständen Abhilfe schaffen. Der Turmeingang mit den Originalsteinmetzarbeiten der Maria und der Margarete wird wieder genützt werden können. In der Sakristei entsteht für besondere Anlässe (Kircheneintritt, Erwachsenentaufe, kleine Jubiläumshochzeiten) mit dem jetzigen Altar und dem Kreuz eine kleine Kapelle, in der intimere Gottesdienste in einer geschützten Atmosphäre gefeiert werden können.
Räume neu erschließen - zum Ersten
Der Chor – das Herzstück einer Kirche – kann in seiner jetzigen Form nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Im Winter ist er zu kalt. Für größere Andachten ist er zu klein. Vor dem Altar ist der Raum für Chöre und Musiker, Krippenspiele und Anspiele zu eng oder muss ins Kirchenschiff verlegt werden, was zur Folge hat, dass man in der hinteren Hälfte der Kirche nichts mehr sieht. Der feststehende Altar macht besondere Gottesdienstformen (Tischabendmahl, liturgischer Tanz etc.) unmöglich.
So unterschiedlich die Menschen sind und so plural unsere Gesellschaft geworden ist, so differenziert und abwechslungsreich müssen heutzutage die liturgischen Formen sein, um die Menschen für den Gottesdienst zu gewinnen.
Der bisherige massive Altar kommt in die Sakristei und wird im Chor ersetzt durch einen neuen, beweglichen Altar(tragbar für vier Erwachsene), der für besondere Anlässe (nicht jeden Sonntag!) versetzt werden kann. Gleichzeitig wird die Gelegenheit genutzt, durch einen Kunstwettbewerb alle sogenannten Prinzipalien (Altar, Kreuz, Stehpult, Osterkerzenleuchter, Altarkerzenleuchter und Paramente) künstlerisch stimmig und „aus einem Guss“ neu entstehen zu lassen (siehe Artikel in diesem Gemeindebrief). Orgel und Chorgestühl werden farblich aufgehellt und dem Gesamtbild angepasst.
Räume neu erschließen - zum Zweiten
Zurzeit muss der wöchentliche Kirchenkaffee im Winter im engen und kalten Mittelgang stattfinden. Bei der Innenrenovierung werden die hinteren vier Bankreihen (ohnehin teilweise mit sehr eingeschränkter Sicht) entfernt, sodass Raum für Begegnung entsteht. Eine kleine Kinderecke ermöglicht, dass auch Eltern kleiner Kinder den Gottesdienst mitverfolgen können und ihre Kinder gleichzeitig Möglichkeiten haben, sich zu still beschäftigen. Bei den Festgottesdiensten werden beide Bereiche bestuhlt.
Das Kirchenschiff wird insgesamt heller. Die Kirchenbänke werden lasiert. Die Decke wird halbdeckend entsprechend dem Steinton hell gestrichen. Auch die Empore erhält eine helle Farbe, die die Bilder zum Leuchten bringt und laut Restaurator wieder dem ursprünglichen historischen Farbkonzept entspricht.
Zeitgemäße Verhältnisse schaffen
Unsere derzeitigen Toiletten sind nur über 14 Stufen außerhalb des Kirchengebäudes zu erreichen. Besonderes ältere Menschen und Menschen mit Behinderung können unsere Gottesdienste und Veranstaltungen aus diesem Grund nicht besuchen. Im Funktionsanbau werden barrierefreie WC-Anlagen trockenen Fußes erreichbar sein.
Darüber hinaus wird eine kleine Teeküche Kirchenkaffee, Stehempfänge oder Getränkeverkauf bei Konzerten erleichtern. Zurzeit ist dies nur mit großem Aufwand zu bewerkstelligen. Geschirr muss vom Gemeindehaus hergetragen und zum Spülen wieder zurückgetragen werden. Leider wird der Funktionsanbau von der Landeskirche nur eingeschränkt bezuschusst, obwohl er als Toilettenanlage, Stuhllager und Geräteraum unabdingbar für eine „aufgeräumte“ Kirche ist.