Um die Orgel auf Herz und Nieren zu prüfen, waren der landeskirchliche Orgelsachverständige Volker Lutz sowie der Orgelbaumeister Friedrich Lieb zu Besuch in der Margaretenkirche. Auf Anregung von Gemeindegliedern am Informationsabend sollte noch einmal der Ort der Orgel in der Kirche angesprochen sowie die notwendigen Restaurierungsarbeiten an der Orgel diskutiert werden.
Uneingeschränkt einig waren sich alle Anwesende, dass es sich bei der Orgel aus den 70ern um ein technisch und klanglich gutes Instrument handle. Ein Ergebnis des Gemeindeabends im Juni aber war, dass der Standort der Orgel im Chor sowie ihr Anblick von Gemeindegliedern als unglücklich empfunden wurden.
Schnell wurde deutlich, dass ein Umzug der Orgel auf die Empore technisch aufgrund der großen Pfeifen nur sehr aufwändig möglich ist und finanziell dem Neubau bzw. Neukauf einer Orgel entspräche (mindestens 400.000 Euro). Dies gelte auch für einen Umbau, der die Holzverkleidung hinter die Prospektpfeifen verschwinden ließe. Er entspräche technisch aufgrund der größeren Holzpfeifen sowie der Technik („Schweller“) im Rückraum ebenfalls einem Neubau, so die Experten. Die Technik „hinter den Kulissen“ mache auch ein „Tieferlegen“ der Türme rechts und links unmöglich. Pfarrer Keil deutete an, dass finanziell die Möglichkeiten für derartige Lösungen nicht gegeben seien.
Angesprochen wurde in Vorfeld schon, ob eine digitale Orgel heute klanglich einer analogen Orgel entspräche. Dies wurde in aller Deutlichkeit verneint. Die Töne würden zwar mittlerweile einzeln gesampelt. Technisch nicht zu realisieren sei allerdings, dass die Pfeifen beim Anspielen einer konventionellen Orgel sich gegenseitig mitklingen lassen und das im Gesamtergebnis (Obertonklangspektrum) das Besondere des Orgelklangs ausmache. Daher klinge eine digitale Orgel immer steril.
Technisch und finanziell realisierbar sei dagegen das Anstreichen des Orgelgehäuses entsprechend der dann restaurierten Wandfarbe, um die Orgel so in den Hintergrund treten zu lassen. Auch das sei technisch aufwendig und es wurde geraten, den Auftrag an einen Experten zu vergeben. Hinter die Prospektpfeifen können man sogenannte Schleierbretter stellen. Das würde die Akustik verbessern und den Rückraum hinter den Pfeifen aufhellen. Die Orgel erscheine dann nicht mehr so wuchtig. Die Kosten hierbei lägen bei ca.15.000 Euro.
Unbestritten von allen Anwesenden war die Notwendigkeit einer überfälligen Ausreinigung (ca.28.000 Euro), da sich nicht nur Staub sondern auch Schimmel in der Orgel finde. Angesprochen auf das Problem, dass Orgel und Gemeinde weit voneinander entfernt seien und die Gemeinde deshalb gesanglich der Orgel hinterher hinke, wurde von den Experten zu einer Umintonation der Principalregister geraten (10.000 Euro) sowie zu einem Soloregister im Schwellwerk (18.000). Was davon umgesetzt werden kann und soll, muss der Kirchengemeinderat entscheiden.
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