Diesen Rundgang durch die Margaretenkirche finden Sie als Faltblatt im Eingang der Margaretenkirche links in einem Kasten an der Wand. Dort sind auch Blätter mit ausführlicheren Erklärungen z.B. der Chorfenster oder der Grabdenkmäler.
Die Skulpturen des reich verzierten Hauptportals (Nr. 1) zeigen den segnenden Gottvater mit der Weltkugel,
links Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf der Mondsichel und
rechts die heilige Margarete mit ihrem Drachen.
Es sind Kopien von 1989/90.
Die Originale sind im Turm.
Rechts und links an der Chorwand standen und stehen die gotischen Herrschaftsstühle (Nr. 3) mit geschnitzten Köpfen auf den Backen der Vorderwand, die links offensichtlich Geistliche, vielleicht Mönche oder Stiftsherren darstellen, rechts vielleicht Könige aus dem Alten Testament oder Propheten.
Die Schlusssteine im Chor zeigen (von West nach Ost) das Wappen der Kaltentaler, die Hl. Margarete, die Schutzpatronin der Kirche, Maria mit dem Jesuskind und den Meisterschild des Baumeisters Hans von Ulm, der unter anderem die Januariuskirche in Oßweil (1491), das Nonnenkirchlein in Waiblingen (1496) und die Martinskirche in Kornwestheim (1516) erbaute.
... kam 1991 als Schenkung in die Kirche (Nr. 2). Die Gestalt des Christus wurde von einem unbekannten Künstler aus Tansania aus Ebenholz geschnitzt und zeigt den Johanneischen Christus, der mit dem Siegesruf "Es ist vollbracht!" stirbt. Das Kreuz ist mit Blattgold belegt und steht auf der blutroten (halben) Weltkugel: Ein Abglanz der himmlischen Herrlichkeit fällt vom Kreuz her auf die leidende, blutende Erde. In den Medaillons das Alpha und Omega (A und O, Offenbarung 22,13), das Lamm Gottes (Offenbarung 5,12-13) und das himmlische Jerusalem (Offenbarung Offenbarung 21,2-4).
Im Schiff steht der schöne gotische Taufstein (Nr. 6) mit seinem gemeißelten Astwerk. Ob der Fuß des Taufsteins der ursprüngliche ist, ist fraglich.
Die Ast-Ornamentik weist hin auf die Vorstellung von der himmlischen Laube, dem Paradiesgarten, die in der Gotik wichtig wurde. "Der Täufling wird in der Taufe durch Christus in die himmlische Herrlichkeit versetzt. Er wird hineingenommen in das Ewige, das durch die Taufe irdisch-gegenwärtig vorweggenommen erfahren werden darf."
Die Kanzel (Nr. 5) erhielt ihre jetzige Gestalt im Jahr 1683. Der Kanzelfuß und vielleicht der Kanzelkorb in seinem Grundbestand stammen aus spätgotischer Zeit. Auf dem Kanzeldeckel von 1683 das kaltentalische Wappen, die Figuren der vier Evangelisten und darüber der auferstandene Christus mit der Siegesfahne.
Das künstlerisch wertvolle Auferstehung-Christi-Epitaph (Nr. 7) wurde zur Erinnerung an Heinrich von Kaltental nach seinem Tod 1608 innen über dem Hauptportal aufgehängt. Er und sein Bruder Reinhard gaben 1568 den Weg zur Reformation frei, außerdem ist Heinrich der Erbauer des neuen "evangelischen" Schlosses in Aldingen. Er war unverheiratet und hinterließ sein ganzes Vermögen als Stiftung zugunsten der Dorfarmen sowie des evangelischen Pfarrers und Lehrers. Die unleserlich gewordene Gedenkaufschrift wurde 1928 mit einem Bibelzitat übermalt. Heute hängt das Bild an der Stelle, wo das
Altarbild über dem "katholischen Altar" hing.
... für Agatha von Kaltental von 1613 hängt an der Nordwand unter dem linken Fenster (Nr. 8). Das Ölgemälde auf Holz stellt das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen dar. Links unten die 10jährige Agatha von Kaltental.
Die Emporebilder (Nr. 9 und 10) aus dem Jahr 1733 vom Stuttgarter Maler Borny zeigen anschaulich protestantische Frömmigkeit zu Beginn des Pietismus. Die Bilder an der Westempore (9a) zeigen Jesus mit der Weltkugel, einem kleinen Hund, dem Symbol der Treue, und einer Frauengestalt, die wohl die gläubige Seele darstellen soll, recht und links von Jesus 11 Apostel mit ihren Attributen. Die Bilder waren ursprünglich an der alten Südempore angebracht. An der neuen Westempore reichte der Platz nur für 12 Bilder, deshalb ist der 12. Apostel, der für Judas nachgewählte Matthias, an der Ostseite der Südempore (9b) angebracht worden. An der Südempore sind jetzt die Bilder der alten Westempore (Nr. 10) zu sehen. Es sind 12 Bilder und Gegenbilder aus dem Alten und Neune Testament. Sechs Bilderpaare sollen die Heilgeschichte darstellen: Sündenfall - Christi Geburt; die eherne Schlange (4. Mose 21) - Christus am Kreuz; Das Wunder am Grab des Elisa (2. Könige 13,21) - Grablegung Christ; Jona wird vom Walfisch ausgespieen - Auferstehung Christi; Himmelfahrt des Elia (2. Könige 2) - Himmelfahrt Christi. Besonders eindrucksvoll ist das Bild des Jona. Vor Jesus am Kreuz kniet die glaubende Seele als Frauengestalt, die von Jesu Blut benetzt wird. Interessant ist im Pfingstbild, dass Maria inmitten der Jünger dargestellt ist.
Über der West-Empore an der Turmwand hängt das Bild "David singt vor Saul", eine hervorragende Kopie eines Gemäldes von Gottlieb Schick (1776-1812), der ein bedeutender Maler des frühen Klassizismus gewesen ist.