Die evangelische Margaretenkirche

Magarethenkirche

Die Margaretenkirche ist eine spätgotische Westturm­anlage, die gegen Ende des 15. Jahr­hun­derts von Meister Hans von Ulm erbaut wur­de, wie ei­ne ge­mei­ßelte Inschrift im östlichen Schlussstein des Chorgewölbes mit der Jah­res­­zahl 1500 be­legt. Die Kirche wurde wahrscheinlich auch in diesem Jahr eingeweiht.

Das Innere der Kirche um 1500

Das Langhaus und der Turm zeigen Reste des früh­go­ti­schen Vor­gänger-Baues, wie das Turmfenster, Steine mit Tierdarstellungen und gefundene Grundmauern belegen. Eine Kir­che wird 1100 erwähnt, aber wahrscheinlich ist, dass bereits im 7. oder 8. Jahrhundert an dieser Stelle eine Kirche stand.

Die Grablege der Herren von Kal­tental

Grabplatten in der Kirche

Die Margare­ten­kirche war Dorfkirche und Residenz­kir­che und Grablege der Herren von Kal­tental, die von 1278 bis 1746 Ortsherren wa­ren. Der mächtige Kirch­turm mit seinen Schieß­schar­ten war der westliche Teil der Be­fes­ti­gungs­an­lagen des 1690 abgebrannten alten "katholischen" Schlosses, das östlich von der Kirche lag.

 

Im Chor stand ursprünglich ein gewaltiger Hochaltar mit fünf lebensgroßen Figuren, die Maria, Margarete, Petrus, Paulus und eine nicht identifizierte Heilige zeigten. Die Figuren sind im Besitz des Landes­museums in Stuttgart. Im Schiff war an der rechten Chorwand ein steinerner Baldachin, unter dem ein Nebenaltar stand, der durch das Rundfenster beleuchtet wurde.

Zwei Konfessionen unter einem Dach

Da sich die Mitglieder der herr­schaftlichen Familie bei der Einführung der Reformation in Aldingen nicht auf eine Konfession einigen konnten, wurden in Aldingen beide Richtungen - evangelisch und katholisch - gesetzlich erlaubt. So fanden zwischen 1568 und 1640 in der Margaretenkirche sowohl katholische als auch evangelische Gottesdienste statt. Für dörfliche Verhältnisse war diese Regel höchst ungewöhnlich; sie konnte jedoch nicht verhindern, dass sich die beiden Konfessionen in Aldingen damals erbittert bekämpften.

 

Siehe auch "Wie Aldingen evangelisch wurde" hier