Ein Rundgang durch die Kirche

Diesen Rundgang durch die Margaretenkirche finden Sie als A4-Blatt und als A5-Faltblatt im Schriftenständer. Dort sind auch weitere A4-Blätter mit ausführlicheren Beschreibungen der "Emporebilder", "Glasmalereien/Chorfenster und Altarbild", " Grabdenkmäler und Grabplatten"

 

Das Hauptportal

Die Skulpturen des reich ver­zierten Haupt­portals (Nr. 13) zeigen den segnenden Gott­va­ter mit der Weltku­gel,links Maria als Him­melskönigin mit dem Jesus­kind auf der Mondsichel und rechts die hei­li­ge Marga­re­te mit ihrem Dra­chen.

 

Es sind Kopien von 1989/90.

 

Die Originale sind im Turm.

So sieht die Margartenkirche nach der Innenrenovierung seit Januar 2013 aus.

 

Der große Chor mit seinem Rippensterngewölbe diente ursprünglich als Grablege der Kaltentaler. 24 Grabplatten  2  und teilweise künstlerisch hervorragende lebensgroße Standbilder  2  der Ortsherrschaft sind heute noch erhalten.

 

Links neben Orgel ist der Hostienschrein in die Chorwand eingelassen.

 

Rechts und links an der Chorwand standen und stehen die gotischen Herrschaftsstühle  3.  Die Vorderwände wurden entfernt. Die vier geschnitzten Köpfen auf den Backen der Vorderwände sind an der Südwand der Sakristei angebracht.

 

Den beweglichen Altar  4  aus einem 250 Jahre alten Eichenstamm schuf 2012 der Münchner Künstler Werner Mally. Der ovale Ambo (Lesepult) wurde aus dem Altarblock herausgeschnitten.

Das Wap­pen der Kaltentaler

Die Schlusssteine im Chor zeigen (von West nach Ost) das Wap­pen der Kaltentaler, die Hl. Margarete, die Schutzpatronin der Kirche, Maria mit dem Jesuskind und den Meisterschild des Baumeisters Hans von Ulm, der unter anderem die Januariuskirche in Oßweil (1491), das Nonnenkirchlein in Waiblingen (1496) und die Martinskirche in Kornwestheim (1516) erbaute.

Sakristei

In der Sakristei 14 , steht die Altarmensa des ehemaligen Hochaltars  5 . Auf ihr steht ein Altarkruzifix, eine Schenkung von 1991. Die Gestalt des Christus wurde von einem unbekannten Künstler aus Tansania aus Ebenholz geschnitzt und zeigt den Johanneischen Christus, der mit dem Siegesruf „Es ist vollbracht!“ stirbt. Das Kreuz ist mit Blattgold belegt und steht auf der blutroten (hal­­ben) Weltkugel: Ein Abglanz der himmlischen Herrlichkeit fällt vom Kreuz her auf die leidende, blutende Erde. In den Medaillons das Alpha und Omega (A und O, Offenbarung 22,13), das Lamm Gottes (Offenbarung 5,12-13) und das himmlische Jerusalem (Offenbarung Offenbarung 21,2-4). Rechts an der Wand sind die geschnitzten Köpfe von den Backen der entfernten Vorderwände der Herrschaftsstühle.3

Beim Blick vom Chor in das Schiff sehen wir links hinter dem Ambo den Taufstein, die Emporebilder und hinten einige der Grabplatten, die ursprünglich in den Fußboden des Chores eingelassen waren.

Der Taufstein

Der Taufstein mit Taufgeschirr

Im Schiff steht der schöne gotische Taufstein (Nr. 7) mit seinem gemeißelten Astwerk. Ob der Fuß des Taufsteins der ursprüngliche ist, ist fraglich.

Die Ast-Ornamentik weist hin auf die Vorstellung von der himmlischen Laube, dem Paradiesgarten, die in der Gotik wichtig wurde. "Der Täufling wird in der Taufe durch Christus in die himmlische Herrlichkeit versetzt. Er wird hineingenommen in das Ewige, das durch die Taufe irdisch-gegen­wär­tig vorweggenommen erfahren werden darf."

Die Kanzel

Die Kanzel

Die Kanzel (Nr. 6) erhielt ihre jetzige Gestalt im Jahr 1683. Der Kanzelfuß und vielleicht der Kanzelkorb in seinem Grundbestand stammen aus spätgotischer Zeit. Auf dem Kanzeldeckel von 1683 das kaltentalische Wappen, die Figuren der vier Evangelisten und darüber der auferstandene Christus mit der Siegesfahne.

Das Auferstehung-Christi-Epitaph

Das künstlerisch wertvolle Auferstehung-Christi-Epitaph (Nr. 8) wurde zur Erin­ne­rung an Heinrich von Kaltental nach seinem Tod 1608 innen über dem Hauptportal aufgehängt. Er und sein Bruder Reinhard gaben 1568 den Weg zur Reformation frei, außerdem ist Heinrich der Erbauer des neuen "evangelischen" Schlosses in Aldingen. Er war unverheiratet und hinterließ sein ganzes Vermögen als Stiftung zugunsten der Dorfarmen sowie des evangelischen Pfarrers und Lehrers. Die unleserlich gewordene Gedenkaufschrift wurde 1928 mit einem Bibelzitat übermalt. Heute hängt das Bild an der Stelle, wo das Altarbild über dem "katholischen Altar" hing.

Das kleine Epitaph ...

... für Agatha von Kaltental von 1613 hängt an der Nordwand unter dem linken Fenster (Nr. 10). Das Ölgemälde auf Holz stellt das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen dar. Links unten die 10jährige Agatha von Kaltental.

Die Emporebilder

Die Empore

Die Emporebilder (Nr. 11a,11b und 12) aus dem Jahr 1733 vom Stuttgarter Maler Borny zeigen anschaulich pro­testantische Frömmigkeit zu Beginn des Pietismus. Die Bilder an der West­em­po­re (9a) zeigen Jesus mit der Weltkugel, einem kleinen Hund, dem Symbol der Treue, und einer Frauengestalt, die wohl die gläubige Seele darstellen soll, recht und links von Jesus 11 Apostel mit ihren Attributen. Die Bilder waren ursprünglich an der alten Südempore angebracht. An der neuen Westempore reichte der Platz nur für 12 Bilder, deshalb ist der 12. Apostel, der für Judas nachgewählte Matthias, an der Ostseite der Südempore (11b) angebracht worden. An der Südempore sind jetzt die Bil­der der alten Westempore (Nr. 12) zu sehen. Es sind 12 Bilder und Gegenbilder aus dem Alten und Neune Testament. Sechs Bilderpaare sollen die Heilgeschichte dar­stel­len: Sündenfall - Christi Geburt; die eherne Schlange (4. Mose 21) - Christus am Kreuz; Das Wunder am Grab des Elisa (2. Könige 13,21) - Grablegung Christ; Jona wird vom Walfisch ausgespieen - Auferstehung Christi; Himmelfahrt des Elia (2. Könige 2) - Himmelfahrt Christi. Besonders eindrucksvoll ist das Bild des Jona. Vor Jesus am Kreuz kniet die glaubende Seele als Frauengestalt, die von Jesu Blut benetzt wird. Interessant ist im Pfingstbild, dass Maria inmitten der Jünger dargestellt ist.

David singt vor Saul

Über der West-Empore an der Turmwand hängt das Bild "David singt vor Saul", eine hervorragende Kopie eines Gemäldes von Gottlieb Schick (1776-1812), der ein bedeutender Maler des frühen Klassizismus gewesen ist.