Remsecker Evangelische Kirchengemeinden loten Zusammenarbeit aus

"Wir sind aufgerufen, Wege einer Zusammenarbeit zu suchen", begrüßte der Neckarremser Pfarrer Klaus-Dieter Gress zahlreiche Gäste bei einem Informationsabend im Neckarremser Gemeindehaus, zu dem die vier evangelischen Remsecker Kirchengemeinden am 18. Mai eingeladen hatten. Man wolle den Gemeindegliedern frühzeitig die Tatsachen aufzeigen und sie in den Prozess einbinden. Die Fakten sind deutlich. Nur noch 3,15 Pfarrstellenanteile weist der Pfarrplan 2024 rechnerisch für Remseck aus. Wie viele Stellenanteile letztendlich dem Rotstift zum Opfer fallen, ist offen. Den Beschluss darüber wird die Bezirkssynode des Kirchenbezirks Ludwigsburg im nächsten Frühjahr fällen.

 

An einem Zusammenwachsen führe in Remseck kein Weg vorbei, machte die Hochberger Pfarrerin Elke Goldmann deutlich: "Die Zeiten, dass jeder Ort seine eigene Vollzeitpfarrstelle behält, sind vorbei", verwies sie auf ihre eigene Erfahrung. Vor drei Jahren fusionierten die ehemals selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Hochberg und Hochdorf zur Christuskirchengemeinde Remseck unter dem Zwang, eine halbe Pfarrstelle einzusparen. Noch viel länger, nämlich seit 2003, arbeiten bereits die evangelischen Kirchengemeinden Neckargröningen und Aldingen zusammen. Auch dort erforderte der Pfarrplan 2006 die Streichung einer halben Pfarrstelle. Unberücksichtigt bleibt bei den Rechenspielen der sechste Remsecker Ortseil Pattonville, der auf der kirchlichen Landkarte komplett zu Kornwestheim zählt.

Die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn barg an dem Infoabend wenig Zündstoff.
"Remseck am Neckar wächst seit über 40 Jahren zusammen, warum dann nicht auch die Kirchen?" fragte ein Zuhörer. Zumal längst ortsteilübergreifend gedacht wird. Zwischen 15 und 18 gemeinsame evangelische oder ökumenische Gottesdienste errechnete der Neckargröninger Pfarrer Achim Dürr im Jahresdurchschnitt. Oftmals seien es gerade die von allen Remsecker Gläubigen gefeierten Veranstaltungen, die zu den Höhepunkten des kirchlichen Jahreskalenders gehörten.
In welche rechtliche Form eine künftige Zusammenarbeit gegossen wird, bleibt den Kirchengemeinden selbst überlassen. Von Seiten des Oberkirchenrats (OKR) wird im Findungsprozess eine Fachberatung angeboten. Seit rund einem Jahr begleiten die beiden OKR-Mitarbeiterinnen, Amelie Seifert und Nicolle Walliser, den aus den vier Kirchengemeinden gebildeten Kooperationsausschuss.

Kritischer gestalteten sich an dem Abend die Fragen nach der Aufrechterhaltung des bestehenden kirchlichen Angebots. Man dürfe sich nichts vormachen. "Der Stellenrückgang bleibt nicht folgenlos", so Goldmann. Die pfarramtliche Grundversorgung mit den Kasualien wie Taufen, Beerdigungen oder Festgottesdienste bleibe unangetastet. Darüber hinaus pflege jede Gemeinde eine Reihe besonderer Angebote, beispielsweise in der Kinder-, Familien- oder Seniorenarbeit. Hier werden Einschnitte unvermeidbar. Wie diese Angebote in Remseck gebündelt werden können, sei Gegenstand der Überlegungen in den nächsten Jahren. Zuviel Zeit sollte dabei nicht vergehen. Zumal der Kirchenbezirk Ludwigsburg eine Prognose für das Jahr 2030 gestellt habe, nach der weitere Pfarrstellenanteile in Remseck entfallen werden.

Dekan Winfried Speck trat vehement der Resignation entgegen. "Frust und Klagen haben zweifellos ihren Platz. Eine Neuausrichtung bringt auch Chancen mit sich", sagte Speck. In einer Reformgemeinde wie Remseck sei man gut beraten, über den eigenen Kirchturm hinaus zu blicken. Er ermutigte die vier evangelischen Kirchengemeinden weiter aufeinander zuzugehen und die gemeinsame Zukunft voran zu treiben.

Thomas Schickle

Ein Wohltäter für die Kirchengemeinde: Ulrich Breining

Am 22. August wurde Ulrich Breining in Aldingen zu Grabe getragen. Durch seine Mutter, die viele Jahre lang an der Aldinger Grundschule Religionsunterricht gab, ist er in den Glauben und in die Kirchengemeinde hineingewachsen. Nun hat Ulrich Breining neben der Diakoniestation und der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf e.V. auch die Aldinger Kirchengemeinde testamentarisch bedacht. 152.577,83 Euro wurden vom Nachlassverwalter im Oktober überwiesen.

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Nachruf

Wolfram Schaubele ist am Freitag, 3. Juli 2015, im Alter von 74 Jahren gestorben.

Wolfram Schaubele war von 1992 bis 2003 Pfarrer in Aldingen und hat seinen Ruhestand hier verbracht. Er war Pfarrer mit Leib und Seele, Ecken und Kanten. In seine Dienstzeit fällt die Außenrenovierung der Margaretenkirche und die Gründung des Renovierungsvereins. Als Seelsorger hat er viele Menschen im Leben und an dessen Grenzen begleitet. Bis in den Ruhestand hinein besuchte er die Menschen und nahm in den Vereinen am öffentlichen Ortsleben teil. Keine Urlaubs- und Krankheitsvertretung für die Remsecker Pfarrer war ihm zu viel. Durch seinen Dienst war er auf allen Remsecker Friedhöfen zuhause.

Wir sind uns sicher, dass in diesen Tagen viele Menschen in der Kirchengemeinde, in Aldingen und über deren Grenzen hinaus traurig aber auch dankbar an Wolfram Schaubele denken.

Die Trauerfeier war am Montag, 13. Juli, 2015,  in der Margaretenkirche.

Die Aldinger Kirchengemeinde im Evangelischen Gemeindeblatt

Aus dem Evangelischen Gemeidneblatt vom 18. Mai 2014

Mit einer halben Million Euro finanziert die württembergische Landeskirche Beschäftigungsgutscheine für Menschen, die schon lange ohne Arbeit sind, in Hartz IV feststecken und fast keinen Anspruch auf berufliche Förderung mehr haben. Bei der Initiative von Landeskirche und Diakonischem Werk Württemberg sind vor allem die Kirchengemeinden als mögliche Arbeitgeber gefragt.

Mit Hilfe der Kirche sollen Langzeitarbeitslose wieder Arbeit finden. So wie Thomas Fischer. Er hat Aussicht auf einen Mesner-Job.

Drei Schwerpunkte markierten die Konzeption: die direkte Hilfe für die Menschen, die Sensibilisierung der Kirchengemeinden und der Wunsch an die Politik nach mehr öffentlich geförderter Beschäftigung. Als Ergebnis der Beratungen und Verhandlungen, die sich eng an der Frage ausrichteten, wie die Landeskirche potenzielle Anstellungsträger und die betroffenen Menschen wirksam unterstützen können, stellten Kirche und Diakonie im vergangenen Herbst die Initiative „Beschäftigungsgutscheine“ vor. Dieses Modell, für das die Landeskirche fürs Erste eine halbe Million Euro zur Verfügung gestellt hat, soll Langzeitarbeitlosen ermöglichen, ein paar Stunden wöchentlich gegen Bezahlung zu arbeiten und über diese geringfügige Beschäftigung wieder einen Fuß in die (Arbeits-) Türe zu bekommen. Als potenzielle Arbeitgeber könnten dabei vor allem die Kirchengemeinden von Oberschwaben bis in den Heilbronner Raum agieren. Weil langzeitarbeitslose Menschen in Kirchengemeinden nicht auftauchen und die Gemeindemitglieder die Betroffenen in der Regel nicht kennen, dienen diakonische Arbeitshilfeträger als Scharnier und stellen die nötige Kontakte her.

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Unser Projekt: Die Schnellerschulen

In seiner Sitzung vom 17. Dezember hat der Kirchengemeinderat beschlossen, die Schnellerschulen im Libanon im kommenden Jahr verbindlich mit 2.500 Euro zu unterstützen. Trotz Innenrenovierung soll der Blick über den Tellerand und die Problemfelder der welt nicht vergessen werden.

Das Geld soll insbesondere in Familiengottesdiensten durch das Gottesdienstopfer eingesammelt werden. Sollte das Geld nicht zusammenkommen, wird die Kirchengemeinde aus freien Mitteln das Geld zuschießen. Der Kirchengemeinderat hofft auf die breite Unterstützung der Kirchengemeinde.

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