Das "Erscheinungs-Bild" der Aldinger Kirchengemeinde

Nicht nur ein neues Logo oder eine neue Wort-Bildmarke sollte den Briefkopf, den Briefumschlag, eine Fahne, die Plakate oder die Sweatshirts für die Kinderfreizeit zieren, sondern es galt sich auch Gedanken zu machen, was die Aldinger Kirchengemeinde ausmacht, wo ihre Schwerpunkte liegen und was zentral ist für ihr Selbstverständnis. Jung und frisch sollte es wirken. Die Gemeinschaft sei eine zentrale Größe für uns genauso wie die renovierte Margaretenkirche, so die Vorgaben des Gremiums an Breuninger. Nach langen Beratungen stellt der Kirchengemeinderat nun zum Erntedankfest der Kirchengemeinde das neue „Erscheinungsbild“ vor (siehe Titelbild).

Der erste Eindruck

Frisch und jung sind die Farben. Erdig ist das rot im größten Feld. Das warme Sonnenblumengelb steht im Zentrum. Der unvoreingenommene Betrachter mag an eine Sonne denken, vielleicht auch an einen Sendeturm. Doch dann sticht das Kreuz ins Auge, die dem Bild die unverwechselbare Christlichkeit verleiht.

 

Ist der erste Eindruck auch fröhlich und positiv, so wirft das Bild schnell Fragen auf. Warum die abgerundete Ecke rechts oben? Was bedeutet die Einbuchtung in der linken Kante? Wofür steht der schwarze Querbalken?

 

Die Grafik soll nicht nur schön sein. Sie soll zum Nachdenken anregen und sie soll eine Botschaft haben. Vor allem aber soll eine Aldinger Unverwechselbarkeit zum Ausdruck kommen, die deutlich macht: Dieses „Erscheinungsbild“ kann nur in Aldingen funktionieren.

Das Kreuz

Im Zentrum steht das unverwechselbare Aldinger Altarkreuz des Künstlers Werner Mally, das seit der Innenrenovierung 2012 im Altarraum steht und zusammen mit Altar und Ambo das Ergebnis eines Kunstwettbewerbs ist. Im Gegensatz zum gefälligen Ambo und Altar bleibt das Kreuz aber merkwürdig gezackt, anstößig, skizzenhaft – ein Skandalon (1. Korinther 1,18) eben, ein Ärgernis im biblischen Sinne, schwer zu begreifen und kaum zu fassen. Der schwarze Querbalken steht für die Finsternis der Welt. Der goldene Heiligenschein dagegen symbolisiert den Sieg Gottes über den Tod. Wer will, kann in dem goldenen Kreis den Christuskopf mit der Dornenkrone sehen, der sich dem Betrachter zuneigt.

Die Farben

Der Kirchgänger erkennt in dem „Erscheinungsbild“ die liturgischen Farben des Kirchenjahres, auch wenn aus ästhetischen Gründen das kirchliche Violett zum Blau wurde. Das Weiß des Kreuzes steht für die Christusfarbe im Kirchenjahr an Ostern und Weihnachten. Das Blau (Violett) steht für die Vorbereitungszeiten Advent und Passion. Das Grün symbolisiert die Schöpfung in den Sommermonaten. Schwarz ist die Farbe der Trauer an Karfreitag.

Nicht ohne Grund aber nimmt Rot den größten Raum ein, steht es kirchlich doch für die Gemeinschaft. Als liturgische Farbe bezieht sie sich auf den Heiligen Geist, der an Pfingsten als züngelnde Flammen sich auf die Häupter der Jüngerinnen und Jünger setzte. Als Tuch an den Altar angebracht kommt sie vor allem an den großen Gemeindefesten zur Konfirmation, an Pfingsten und an Erntedank zum Einsatz.

Der Altar

Heraus sticht jedoch das Gelb, das nicht so recht in den liturgischen Farbkreis passen will. In der Bibel wird Gott in Psalm 84 als „Sonne und Schild“ bezeichnet.

Im Zusammenhang macht das Sinn. Der aufmerksame Betrachter identifiziert das Gesamtgebilde aufgrund der Rundung rechts oben und der Einkerbung an der linken Kante als den neuen Altar der Margaretenkirche. Die Aussparung in der Mitte symbolisiert den „Geburtskanal“ zum ewigen Leben, der entstanden ist, weil das Wort Gottes (Ambo) in die Welt gekommen ist.

Anstelle der Aussparung im Altar entsteht bei unserem „Erscheinungsbild“ eine Sonne, die nicht nur für das Leben steht sondern darüber hinaus weist.

 

 

 

Das Gesamtbild

Während die Farben und das Kreuz allgemeinkirchliche Bedeutung haben, sind Altar und die Form des Kreuzes die Aldinger Besonderheit. Im Zentrum der Gemeinde stehen Christus und das Kreuz sowie der Tisch, um den sich die Gottesdienstgemeinde versammelt. Die Gemeinschaft selbst kommt in der Geistesfarbe Rot zum Ausdruck als Vision, dass es durch den Heiligen Geist eine Gemeinschaft möglich ist, die alle Aldinger von der Wiege bis zur Bahre erreicht und vereint.