Der nächste Segens-Reich Gottesdienst ist am 1. Advent (27. November), 18 Uhr.

Segens-Reich: Der andere Gottesdienst

Die Zeiten ändern sich.

Der  Gottesdienstbesuch am Sonntagmorgen ist nicht mehr selbstverständlich. Lebensbedürfnisse verändern sich und die Rhythmen der Menschen passen sich dem vielfältigen Takt unserer Gesellschaft an. Am Sonntagmorgen will man nicht wieder in Hast das Haus verlassen sondern gemütlich ausschlafen und mit der Familie in Ruhe frühstücken.

Das hat Konsequenzen. Die Menschen entfremden sich vom Gottesdienst. Die Lieder, die Sprache und der Ablauf werden ihnen fremd. Nur: Der traditionelle Gottesdienst lebt vom Ritual - davon dass man sich fallen lassen kann und der Ablauf einem in Fleisch und Blut übergeht. Lange Erklärungen und Einleitungen  passen da nicht. Wer sich da nicht zuhause fühlt, fühlt sich schnell verloren und hilflos.

Dementsprechend haben sich auch die spirituellen Bedürfnisse der Menschen geändert. Es sollen weniger Worte gemacht werden. Die Sinne möchten mehr angesprochen werden. Früher konzentrierte sich das Gottesdienstgeschehen auf das Wort Gottes. Der Blick richtete sich auf das, was nicht von dieser Welt ist: „das ganz andere“, der Himmel, das Reich Gottes. Heute haben die Menschen das Gefühl, dass der Gottesdienst an ihrem Leben und dessen Problemen vorbei zielt. Sie wünschen sich, dass der Gottesdienst anknüpft bei dem, was sie beschäftigt und umtreibt, und mit dem Glauben in Verbindung gebracht wird.

 

Bestimmte Gottesdienste bleiben bedeutsam

 

Am Ende ist es eine lange Liste mit Gründen, warum die Menschen den Weg nicht mehr in den sonntäglichen Gottesdienst finden. Aber ist er deswegen überholt? Ganz und gar nicht! Das beweisen die Gottesdienste, die von vorneherein ihren Fokus auf die Menschen richten. Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen – Gottesdienste an den Schwellen des Lebens – erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit. Dazu gewinnen andere Gottesdienste an Bedeutung: Neben Konfirmation und Weihnachten ist der Einschulungsgottesdienst der am besten besuchte Gottesdienst im Jahreslauf. Das war vor 20 Jahren noch nicht der Fall. Der Segen für den neuen Lebensabschnitt ist offensichtlich den Erstklässlern so wichtig wie den Eltern und Angehörigen. Auch zur Osternacht finden sich in aller Herrgottsfrühe viele Menschen in der Margaretenkirche ein. Zuletzt sind alternative Formen zu alternativen Zeiten Beleg dafür, dass der Gottesdienst noch Bedeutung haben kann. Seit über 20 Jahren ist der Zulauf zu den Nachteulengottesdiensten in Ludwigsburg ungebrochen. Über 1000 Besucher finden monatlich an einem Sonntagabend den Weg in die Friedenskirche. Und das ist nur ein Beispiel.

Ein anderer Gottesdienst in der Margaretenkirche

Kein Nachteulengottesdienst – aber doch „ein anderer Gottesdienst“ soll in der Margaretenkirche gefeiert werden, zu einer anderen Uhrzeit mit einer anderen Ausrichtung und anderen Themen. Ein Vorbereitungsteam hat sich gefunden. Die Vorarbeit hat ein Arbeitskreis seit Monaten geleistet, gegründet durch Kirchengemeinderäte und verstärkt durch aktive Gemeindeglieder.

Ausgangspunkt war ein Kirchengemeinderatswochenende auf Kloster Kirchberg zum Thema „Spiritualität“. Berührt durch den Ort, bewegt durch die besondere Spiritualität der Tagzeitengebete und des Gottesdienstes sowie inspiriert durch das Programm wurde eines deutlich: Auch moderne Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach spirituell erfüllten Momenten – wir müssen vielleicht nur andere Formen und andere Worte finden.

„Mit dem Zweiten sieht man besser“!?

Viele Kirchengemeinden haben bereits ein „zweites Programm“. Die Nachteulengottesdienste in Ludwigsburg sind nur ein prominentes Beispiel. Der Spätausgabengottesdienst in Hochdorf ist ein Beispiel aus der eigenen Stadt. Besucht haben wir auch die Thomasmesse in Esslingen. Schnell wurde klar: Für Aldingen wollen  wir ein eigenes Konzept finden.
Gemeinsam waren allen besuchten Gottesdiensten eine moderne und qualitativ anspruchsvolle musikalische Ausrichtung sowie eine Orientierung an weltlichen Themen. Ebenfalls herrschte Übereinstimmung beim Sonntagabend als Termin.
Verstärkt durch weitere Gemeindeglieder hat nun ein 15köpfiges Vorbereitungsteam die Arbeit aufgenommen.

Am 31. Januar, 18 Uhr, soll es soweit sein: Der erste „andere Gottesdienst“ in der Margaretenkirche. Sein Titel: „segens-reich“. Das Thema: „aufbrechen“. Mehr wird nicht verraten.

Wir sind sehr gespannt.


Jens Keil und Stefan Geyer