Sven Heine im Gespräch

Ob bei der Konfirmandenfreizeit oder beim Krippenspiel, beim Abdämmen des Bandraums oder der Aufnahme einer Kinderlieder-CD, beim Einbau der Tonanlage in der Kirche, beim Jugendtreff oder wohl am öftesten als Kirchenmusiker in der Gottesdienstband – das Engagement von Sven Heine ist vielfältig und aus dem Aldinger Gemeindeleben nicht wegzudenken. Grund genug, diesen Mann mal der evangelischen Öffentlichkeit vorzustellen.

Heya Sven – wieder fit? War ja wieder ein anstrengendes Konfirmandenwochenende, oder?
Hallo Jens, ja es war zwar angstrengend aber es macht immer wieder Spaß, den „Konfis“ ein informatives und abwechslungsreiches Wochenende zu bieten.

Die wievielte Konfirmandenfreizeit war das für Dich?
Im Oktober 2005 war die erste Freizeit, bei der ich als Betreuer mitgewirkt habe. Diese Freizeit war die neunte für mich und es wird nie langweilig.

Wie und wann hat eigentlich alles angefangen mit Dir und Deinem Engagement in der Kirchengemeinde? Ursprünglich warst du ja mal katholisch, sodass der klassische Einstieg über den Konfirmandenunterricht wohl nicht der Deine war.
Ja genau. Ich bekam damals einen sehr überraschenden Anruf von Pfarrer Frasch, den ich bis dahin noch nicht kannte. Er suchte Musiker, die in der neugegründeten Band für das damalige Jugendprojekt 11Up mitspielen wollten. So begann mein Ehrenamt in der evangelischen Kirchengemeinde.

Und wie ging es dann weiter?
Kurz darauf war ich nicht mehr nur Musiker in der Band sondern auch fester Bestandteil des Organisations-Teams von 11Up. Doch auch die Band wuchs weiter und so hatten wir unsere ersten Auftritte in verschiedenen Gottesdiensten. Kurz darauf war dann auch schon die erste Konfirmandenfreizeit. So kam eine Aufgabe nach der anderen hinzu und schon war ich nicht nur Bestandteil des Gemeindelebens sonder auch die Kirche war zu einem festen Bestandteil meines Alltags geworden. Wann immer ich Zeit finde, bringe ich mich gerne in der Kirche ein, egal ob musikalisch, liturgisch oder einfach als helfende Hand.

Wer bist du? Was machst du sonst so? Wie sieht Dein Leben sonst so aus?
Auch beruflich und in meiner Freizeit steht die Musik an erster Stelle. Das wurde mir durch meine musikalischen Eltern praktisch in die Wiege gelegt. So mache ich seit der zweiten Klasse selbst Musik und spiele mittlerweile drei Instrumente. Nach dem Abitur habe ich mich entschlossen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Zunächst interessierte ich mich für ein Musikstudium auf Lehramt, da ich auch meine pädagogischen Fähigkeiten weiterbilden wollte, die ich durch die Kirchengemeinde, mein Ehrenamt beim Haus der Jugend Remseck und über die Leitung zweier AGs am Lise-Meitner-Gymnasium entdeckt hatte. Ich entschied mich dann aber für ein Studium der Tontechnik (Audio Production), welches ich nun mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen habe. Nun bin ich selbständiger Tontechniker und bin sowohl im Studio als auch bei Konzerten für den richtigen Sound verantwortlich. Außerdem habe ich nun mit drei Studienkollegen ein eigenes Studio in Esslingen. Wer also mal eine Hitsingle aufnehmen möchte, soll sich gerne an mich wenden.

Du spielst ja in jeder Menge Bands mit. Erzähl mal?
Naja meine erste richtige Band war die Bigband am Gymnasium, wo ich ab der sechsten Klasse mitgewirkt habe. Kurz darauf gründete ich mit ein paar Kumpels meine erste eigene Band. Wir probten im Keller und hatten nur wenig Auftritte. Dennoch konnten wir in der Zeit alle viel Erfahrung sammeln. Dann kam die Kirchenband „Spirit“ dazu, wo ich bis auf die Blasinstrumente bereits an jedem Instrument zu finden war. Als Teenager erprobte ich mich dann zum ersten Mal in Studioarbeit. So nahm ich mit Lukas Großmann, den ja in der Kirchengemeinde auch keine unbekannte Größe ist, zwei CDs auf – teils mit gecoverten Titeln, teils mit eigen Komponiertem. Dann ging es weiter und 2006 gründete ich meine erste Band, die heute noch besteht. Damals als Perfect Numbers, dürfte heute wohl Chanitor eher ein Begriff in Remseck sein. Wir haben ja auch beim Wunschkonzert im Rahmen der Wiederöffnung der Margaretenkirche mitgespielt. Chanitor verdanke ich auch einen Großteil meiner musikalischen Kenntnisse, da ich seit Beginn die kompletten Noten (inklusive Bläserpartitur) für die Band arrangiere und komponiere. Eine weitere Band, die mir sehr am Herzen liegt ist meine Coverband Soundcrowd. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier bei einer eingespielten Truppe, die sich blind versteht. So kann man mit nahezu keinen Proben viele Auftritte im Jahr spielen, momentan sind das überwiegend Geburtstage und Hochzeiten. Eine dritte Band, in der ich aktiv bin ist die Band takt:los. Was mit einer einfachen Aufnahme-Session als Akustik Trio begann, ist heute eine sechsköpfige Akustik-Band. Damals noch als Lazy Tunes, durften wir das Baustellenkonzert während der Innenrenovierung der Kirche bestreiten, als takt:los umrahmten wir die Eröffnungswoche der Kirche sowie das Mitarbeiterfest letzten Sommer. Seit Anfang diesen Jahres bin ich noch Mitglied in der Kornwestheimer Band JUUNS. Hier spiele ich Bass und singe im Background. Kurzum: Mit vier Bands wird es mir nicht langweilig!

Klar – als Profi coverst du auch viel. Was aber ist Deine Musik?
Das ist schwer zu definieren, aber nicht weil ich es nicht weiß, sondern weil es einfach so viel gibt. Ich bin ein Kind der 90er, weshalb ich mit Stars wie Michael Jackson oder den ganzen Boygroups aufgewachsen bin. Gleichzeitig hat mich aber auch die Musik meiner Eltern sehr geprägt. So höre ich auch gerne Rock und Pop aus den 60er bis 80er Jahren. Aber es ist eigentlich von allem was dabei – Jazz, Rock, Blues, R'n'B, HipHop, sogar Metall. Natürlich befasse ich mich als Medienproduzent auch viel mit aktueller Musik, das geht aber eher in die Breite und weniger in Richtung Lieblingsband. Durch die Bigband des Gymnasiums bin ich auf Soul und Funk Musik aufmerksam geworden. Das würde ich als mein Steckenpferd bezeichnen, da ich diese Musik gerne höre und auch selbst mache. Lieblingskünstler und Vorbilder sind: James Brown, Jan Delay, Tower of Power und John Mayer.


Zurück zur Kirche – Was war für Dich so der schönste Moment in Deinem Glaubensleben.
Hm, da muss ich kurz überlegen. Es gab natürlich viele schöne Erlebnisse, aber wenn ich ein Ereigniss herausstellen soll, dann war das meine erste Taizé-Andacht in der Osterwoche. Ich fand es beeindruckend, wie eine kleine Gruppe von Menschen durch mehrstimmigen Gesang einen so andächtigen Moment schaffen kann. So etwas kannte ich zuvor noch nicht.

Was ist Deine Lieblingsveranstaltung? Welche Veranstaltung kannst Du jedem Aldinger empfehlen?
Natürlich finde ich die Krippenspiele, die wir in den letzten drei Jahren auf die Beine gestellt haben, bombastisch. Aber ich bin mir sicher, dass das schon nahezu jedes Gemeindemitglied mitbekommen hat. Mir persönlich gefällt die Osternacht noch besser. Es hat ein ganz eigenes Flair, wenn der Gottesdienst im Dunklen beginnt und währenddessen dann die Sonne aufgeht. Das ist für mich jedes mal wie eine Art Neugeburt und ich kann es nur jedem Aldinger empfehlen.

Der Kirchengemeinderat hat ja gerade seine Arbeit aufgenommen. Was würdest Du ihm empfehlen? Was sollten die Kirchengemeinderäte Deiner Meinung nach unbedingt beibehalten, was sollten sie unbedingt ändern und was sollten sie unbedingt neu starten?
Naja ich finde es toll, wie viel Arbeit der Kirchengemeinderat und natürlich auch du in die Kinder- und Jugendförderung stecken. Das ist alles andere als selbstverständlich. Es ist toll, dass es immer neue Aktionen gibt, um den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, was Kirche heißt. Weiter so! Was ich genau ändern würde, weiß ich gar nicht. An sich gefällt mir die Kirchengemeinde schon ziemlich gut so. Vielleicht sollte der Kirchengemeinderat noch ein bisschen mehr in Öffentlichkeitsarbeit investieren, um die Kirche und ihre Angebote noch besser in das Bewusstsein der Menschen zu bringen.

Vielen Dank für Deine Antworten.