Ein Wohltäter für die Kirchengemeinde: Ulrich Breining

Am 22. August wurde Ulrich Breining in Aldingen zu Grabe getragen. Durch seine Mutter, die viele Jahre lang an der Aldinger Grundschule Religionsunterricht gab, ist er in den Glauben und in die Kirchengemeinde hineingewachsen. Ihr und der Margaretenkirche fühlte er sich sein Leben lang verbunden. Beleg dafür ist der Eintrag der Mutter in die Konfirmationsbibel des Sohnes: „Wie Er mich durchbringt, weiß ich nicht. Doch dieses weiß ich wohl, dass Er, wie mir Sein Wort verspricht, mich durchbringt wundervoll.“

Nun hat Ulrich Breining neben der Diakoniestation und der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf e.V. auch die Aldinger Kirchengemeinde testamentarisch bedacht. 152.577,83 Euro wurden vom Nachlassverwalter im Oktober überwiesen. Dieses Geld wird nicht im laufenden Haushalt versickern, sondern – wie es gesetzlich vorgesehen – dem Vermögensgrundstock der Kirchengemeinde zugewiesen. Dieses Geld darf nur für größere Baumaßnahmen und dann nur mit Einschränkungen ausgegeben werden. So ist gewährleistet, dass die Kirchengemeinde noch auf Jahrzehnte von dem Erbe Ulrich Breinings dankbar profitieren wird.

Erinnerungen von Elsbeth Spahlinger

Ulrich Breining, ein Mitglied unserer Aldinger Kirchengemeinde ist am 22. August dieses Jahres gestorben. Er wurde 79 Jahre alt. Ich war betroffen als ich die Todesnachricht las und das waren sicher noch viele andere auch. Wenn ich an ihn denke, dann erinnere ich mich an einen schlanken Jungen mit roten Haaren, zurückhaltend, freundlich, klug und witzig.

Ulrich Breining war schon in jungen Jahren an Diabetes erkrankt. Er lernte früh, seinen Alltag nach der Krankheit auszurichten. Das erforderte Disziplin. Man sagte er habe eine Kämpfernatur.

Ich war eine Klassenkameradin seiner Schwester Rotraut. Die Geburtstage, die ich in der Familie mitfeiern durfte sind noch in guter Erinnerung. Frau Breining gestaltete schöne Geburtstagsfeiern mit lustigen Spielen. Der kleine Uli war selbstverständlich unter uns. Er war geborgen in der Familie bei Mutter, großem Bruder und der Schwester.

Dass er trotz des Diabetes und der vielen Folgeerkrankungen ein langes Leben hatte, war wohl seiner Mutter zu verdanken, die ihm beigestanden und ihn aufgefangen hat in schweren Zeiten. Zettel mit Bibelworten die ihn trösten und stärken sollten, hatte er immer sichtbar aufbewahrt.

Er hat sich schon früh in der Kirchengemeinde mit seinen Gaben eingebracht. Er wurde Mitglied im Kirchenchor und ich weiß, dass er bei den Festen, die der Chor feierte viel zur guten Stimmung beitrug.

Ulrich Breining hatte viele Jahre auch die Verantwortung für die Turmuhr der Margarethenkirche übernommen. Schmunzelnd erzählte er mir einmal, wie die Mesnerin ihm die Gebrauchsanleitung erklärte: “Dui isch so schnell verwettert. Des glaubt mer net, wenn mer sonscht nex mit s'dont hot“.
Der Uli hat sich mit Erfolg gekümmert: Rechtzeitig auf Sommer- und Winterzeit eingestellt und dass sich die Aldinger stets auf den exakten Stundenschlag verlassen konnten. Oft war seine letzte Tagesarbeit die Kirchturmuhrzeit mit der Zeitansage im Radio zu vergleichen.

Nun ist die Lebenszeit von Ulrich Breining abgelaufen. Er wird mir und vielen anderen, die ihn kannten, in guter Erinnerung bleiben.

Erinnerungen von Hanne Pfettscher

Uli (so haben ihn alle genannt) Breining habe ich 1978 im Kirchenchor kennengelernt. Da hatte er schon viele Jahre (seit 1953) im Bass gesungen und mehrere Dirigenten erlebt. Er kannte das Repertoire, kannte die Mitsängerinnen und -sänger und kam jeden Dienstag gern in die "Sengstond" ins Gemeindehaus. Niemand konnte sich an so viele Begebenheiten, Ausflüge und Feste erinnern wie er. Und niemand konnte so herrlich davon erzählen.

Bei den Chorfesten waren Uli's Programmbeiträge sehr beliebt. Seine Gedichte über den Choralltag waren ebenso geschätzt wie die Tanzdarbietungen mit seiner "Plattdeutschen" -  eine lebensgroße Stoffpuppe mit blonder Perücke, auf Holzlatten montiert, an deren anderem Ende seine Schuhe befestigt waren. Machte er einen Schritt vorwärts, machte die Plattdeutsche einen rückwärts. Es war ein köstlicher Anblick!

Er war auch ein begabter Schauspieler. Bei Gemeindefesten konnte er in gepflegtem Honoratiorenschwäbisch in seinen Rollen aufgehen - konnte aber zuweilen auch seine Mitspieler mit unvermuteten  Improvisationen zur Verzweiflung bringen. Mit ihm Theater zu spielen, war eine Freude - und eine Herausforderung!

Seine Verbundenheit mit unserer Kirchengemeinde zeigt auch seine Bereitschaft, viele Jahre als Vertretungs-Mesner an unserer Kirche einzuspringen, an der er liebevoll hing.

Ich erinnere gern mich an Uli's Humor, an sein verschmitztes Lächeln, an seine Bescheidenheit und Freundlichkeit. Seine stille Lebensfreude konnte er sich fast bis zuletzt bewahren. Er hatte von Jugend an gelernt, mit seiner Zuckerkrankheit und später auch mit anderen Einschränkungen zu leben. In Sachen Diabetes, hat er sich geradezu zum Spezialisten entwickelt. Er hat regelmäßig an Fachkongressen in Bad Mergentheim teilgenommen und war immer auf dem neuesten Stand der Möglichkeiten.

Für mich war Uli Breining ein Stück Aldingen. Ich denke gern an ihn und freue mich, dass ich ihm über viele Jahre verbunden sein konnte.