Die Organistin für Aldingen und Neckargröningen

Mit Frau Sung A. Hwang freuen wir uns, eine hochqualifizierte Organistin für unsere Kirchengemeinden gefunden zu haben. Seit 1. Juni ist die 27jährige in unseren Gottesdiensten die Frau an den Tasten. Die gebürtige Koreanerin und Studentin der Musikhochschule in Stuttgart machte ihren Abschluss in Kirchenmusik bereits in Korea. In Deutschland erreichte sie mit dem Hauptfach Orgel an der Hochschule für Musik in Freiburg den akademischen Grad der Diplom-Musikerin. Seit April hat sie das Konzertexamen in der Tasche. Da der koreanische Abschluss für Kirchenmusik in Deutschland nicht anerkannt wird, beginnt sie im Herbst mit dem Studium der Kirchenmusik.

 

Frau Hwang, ein Großteil ihres Lebens verbringen Sie auf der Orgelbank. Worin liegt für Sie die Faszination in diesem Instrument?

 

Die Orgel ist ein sehr kompliziertes Instrument. Wenn man sie spielt, muss man sehr konzentriert sein. Mit den Händen, den Füssen und dem Kopf - überall muss man Musik denken. Und wenn man kurz nicht aufpasst, passiert ein Fehler. Sie ist auch ein sehr empfindliches Instrument. Die Orgel ist aber das einzige Instrument, das mich beruhigt und auf das ich mich besonders gut konzentrieren kann. Das hat mich von Anfang an zu ihr hingezogen. Seitdem kann ich Sie nie loswerden, obwohl sie Eigenschaften und Eigenheiten hat, die mich richtig arg nerven können.

 

Was spielen Sie am liebsten? Wer ist Ihr Lieblingskomponist und was ist Ihr Lieblingsstück? Welches Kirchenlied ist ihr Lieblingslied?

 

Ich spiele am liebsten Johann Sebastian Bach. Mein Lieblingskomponist und Lieblingsstück stehen nicht unbedingt fest. Ich versuche mich immer auf die Stücke zu konzentrieren, die ich gerade studiere und übe. Momentan mag ich gerne Stücke von Max Reger, Louis Vierne, CesarFranck. Mein Lieblingschoral ist Lied 316: “Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“.

 

Eine Christin aus Korea – das wirkt ungewöhnlich. Erzählen Sie doch ein wenig über den christlichen Glauben in Korea. Was ist dort anders? Was ist gleich? Was vermissen Sie?

 

Beim Christlichen Glauben gibt es zwischen Deutschland und Korea so manche Gemeinsamkeit, aber auch Unterschiede. In Korea glauben meines Wissens mehr als 30 Prozent der Bevölkerung an den christlichen Gott. Schlecht vergleichen lassen sich die Gottesdienste, Abläufe und die Glaubhaftigkeit. Unterschiede gibt es vor allem im Glaubensengagement. Ein Beispiel: Korea ist das Land, das nach den USA am meisten Missionare in verschiedene Länder aussendet. Auch in den Gottesdiensten sind die Kirchenlieder etwas freier und offener und es werden öfters neue Kirchenlieder gesungen. Zeitgenössische christliche Musik ist in Korea sehr beliebt und ich vermisse sie ein wenig in Deutschland.

 

Wie sind Sie zum Glauben gekommen? Sind Sie in einer christlichen Familie und in einer christlichen Gemeinde aufgewachsen oder erst später zum Glauben gekommen?

 

Ich bin seit Geburt Christin und in einer christlichen Familie aufgewachsen. Mein Opa war auch Pfarrer.

 

Geben Sie auch Konzerte? Haben Sie einmal Lust, in der Margaretenkirche oder Martinskirche ein Konzert zu geben? Wenn ja, was würden Sie spielen?

 

Darüber würde ich mich natürlich sehr freuen. Wenn ich ein Konzert geben könnte, würde ich gern Barock oder Romantische Stücke spielen, gerne auch im Duett mit einem anderen Instrument oder mit Gesang.

 

Vielen Dank, dass Sie unsere Fragen beantwortet haben. Wir hoffen, Sie haben eine schöne Zeit mit uns in Aldingen und Neckargröningen.