Unser Projekt: Die Schnellerschulen

In seiner Sitzung vom 17. Dezember hat der Kirchengemeinderat beschlossen, die Schnellerschulen im Libanon im kommenden Jahr verbindlich mit 2.500 Euro zu unterstützen. Trotz Innenrenovierung soll der Blick über den Tellerand und die Problemfelder der welt nicht vergessen werden.

 

Das Geld soll insbesondere in Familiengottesdiensten durch das Gottesdienstopfer eingesammelt werden. Sollte das Geld nicht zusammenkommen, wird die Kirchengemeinde aus freien Mitteln das Geld zuschießen. Der Kirchengemeinderat hofft auf die breite Unterstützung der Kirchengemeinde.

Vorstellung der Schnellerschulen

An den Schneller-Schulen leben und feiern christliche und muslimische Kinder zusammen. Im Miteinander erfahren sie das friedliche Zusammenleben und lernen den Respekt vor der Religion des Anderen. Viele kommen aus schwierigen Verhältnissen, nicht Wenige sind von Gewalterfahrungen geprägt.

 

In Wohngruppen erleben die Kinder Geborgenheit und Förderung. In der Tagesschule lernen sie mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft. Nach der Ausbildung haben sie die Möglichkeit, in den Werkstätten der Einrichtungen einen soliden Beruf zu erlernen.

 

Die beiden Schulen im Libanon und in Jordanien stehen in der Tradition des Syrischen Waisenhauses, die der Pädagoge Johan Ludwig Schneller 1860 in Jerusalem begründet hat. Er nahm Waisenkinder auf, ohne nach der Religion zu fragen. Sein Erziehungskonzept: eine gute schulische und handwerkliche Ausbildung ist die Grundlage für ein Leben in Würde. Diese Grundsätze gelten bis heute.

Das friedliche Miteinander der Religionen ist pädagogisches Ziel und Konzept zugleich. Wenn die muslimischen Kinder während des Ramadan tagsüber fasten, kann es schon passieren, dass andere, christliche ‘Familienmitglieder’ aus Solidarität mitfasten. Die muslimischen Kinder kommen aber auch zum Sonntagsgottesdienst oder beteiligen sich am weihnachtlichen Krippenspiel. In einem Land, in dem ca. 40 Prozent Christen und 60 Prozent Muslimen leben, ist es wichtiger, das Verbindende zu betonen als das Trennende. So wachsen die muslimischen und christlichen Kinder in der JLSS in selbstverständlicher Weise miteinander auf. Die Religion der anderen wird respektiert und die Erzieher bemühen sich um Friedenserziehung, die im Alltag insbesondere in der Konfliktlösung zum Tragen kommt.

Ein wichtiger Bereich des Schnellerschen Erziehungskonzepts ist auch die Berufsausbildung. Die JLSS hat Ausbildungsplätze in der Schreinerei, Industriemechanik, Elektrik und der Kfz-Werkstatt. Um den steigenden Anforderungen an den Ausbildungsstand der jungen Menschen gerecht werden zu können, wurden im Jahr 2001 die Werkstatt für Industriemechanik und die Kfz-Werkstatt gründlich modernisiert.