Zur Besinnung kommen

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„Besinnliche Adventszeit “ wünscht man sich zurzeit und meint damit meist Ruhe und Beschaulichkeit. Selten allerdings klaffen Wunsch und Wirklichkeit so weit auseinander wie in diesen Tagen.

 

Nun – ich kenne es nicht anders, als dass der Puls in dieser Zeit schneller geht. Schon in meiner Kindheit habe ich bei jedem Krippenspiel die steigende Nervosität genossen. Allen Kindern gemeinsam ist die angespannte Vorfreude. Ruhig läuft das freilich meist nicht ab. Auch in der Bibel rund um die Weihnachtsgeschichte ist vieles in Bewegung. Menschen brechen auf. Menschenleben werden umgekrempelt. Beschaulich war das kaum.

 

Aber vielleicht meint „besinnlich“ etwas anderes?

Wer ist nicht „von Sinnen“, wem die wahre Bedeutung des weihnachtlichen Geschehens sich offenbart? Kaum werden die Hirten bei kühlem Verstand gewesen sein, als ihnen die himmlischen Heerscharen die frohe Botschaft verkündeten. Tief berührt eilten (!) sie zum Stall.

 

Die Adventszeit hat auch etwas mit unseren Sinnen zu tun. Keine andere Jahreszeit spricht in gleicher Weise alle Sinne an. Und dann wäre da noch der „siebte Sinn“. Die eigentliche Bedeutung der Adventszeit erschließt sich nur dem, der nicht nur seinen fünf Sinnen traut.

 

Letztlich meint der Wunsch nach „Besinnlichkeit“, dass wir den Sinn dieser Zeit im Herzen erfassen: Gott nimmt sich Raum in dieser Welt und wir sollen uns darauf vorbereiten. Himmel und Erde berühren sich. Das bringt uns zur Besinnung und um den Verstand zugleich. Dazu bedarf es des siebten Sinns wie auch der anderen fünf Sinne. Das kann in Ruhe geschehen und auch in fröhlicher, aufgeregter und vielleicht auch hektischer Vorfreude.