Ostern ist, wenn sich nicht nur die Gräber öffnen

Weihnachten, klar, das kann man nachvollziehen: Kleines Kind kommt auf die Welt, die Eltern sozial schwach, seltsame Besucher, Mitleid, Geschenke, Freude.
Aber Ostern? Das ist schwierig: Da kommt einer nach Jerusalem, alle freuen sich, Stimmung schlägt um, alle wollen seinen Tod, Hinrichtung, Grab, Trauer, aus. Aus und vorbei? Nein, nichts ist vorbei. Das Grab ist offen, der Tote lebt.

 

Aus Trauer wird Hoffnung. Freude!

 

Stopp! Der Tote lebt? Das gibt‘s doch nicht!

 

Gibt’s doch, sagt die Bibel. Und Christen glauben das. Aber was bewirkt dieser Glaube? Hat das offene Grab Jesu etwas mit dem Leben zu tun? Oder ist es doch, wie viele Atheisten behaupten, lediglich eine Vertröstung, eine Illusion, ein Trugbild?

 

Ich weiß nicht, ob sich die Gräber dereinst auch für uns öffnen werden. Aber ich glaube es. Ich vertraue darauf. Und ich weiß, was diese Hoffnung bewirken kann: Sie kann unser Denken öffnen. So wie der Stein, von Jesu Grab entfernt wurde, so kann die Hoffnung unser Denken öffnen. Die Hoffnung auf und die Geborgenheit bei Gott kann Steine des Misstrauens, der Angst, des Egoismus vor unserem Denken wegrollen. Ostern kann unser Denken befreien.

 

Eine Kolumne im „stern“ – „Das Leben ist voller Fragen“ von Rolf Dobelli – hat mich auf die Idee gebracht, wie befreites Denken funktionieren könnte. Vielleicht gelingt es solchen Fragen, den Stein vor unserem Denken zu entfernen:


Wie müsste Ihrer Ansicht nach eine gerechte Welt aussehen?*


Würden Sie bei einem Wechsel zu einer gerechten Welt profitieren?*


„…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Konkret, wie mach man das?*

 

Empfinden Sie die Tatsache, dass Sie existieren, als Geschenk, und wenn ja, von wem?*


Wie lange gelingt es Ihnen, Menschen zu beobachten, ohne sie zu bewerten?*


WELCHES IST IHR GANZ PERSÖNLICHER DSCHIHAD?*


Mit welchem Satz würden Sie Ihre Biographie beenden?*

Auf einer Skala von 1 – 10: Wie sicher sind sie, dass nach dem Tod alles aus ist?


Würden sie ihr Leben ändern, wenn sie sich wüssten, dass sie sich danach vor Gott verantworten müssten? Wie sicher müssten Sie sich sein?

 

* Fragen von Rolf Dobelli. Mit Genehmigung des Verfassers